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Unbare Zahlungsverfahren fördern statt Barzahlung beschränken

 Ein Kommentar von HDE-Zahlungssystem-Experte Ulrich Binnebößel

Immer wieder werden Rufe laut, die eine Abschaffung oder zumindest eine Beschränkung der Barzahlung fordern.

Zuletzt kam die Forderung nach einer Begrenzung der Barzahlung auf einen noch festzulegenden Höchstbetrag von beispielsweise 1000 Euro auf. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Es geht um die Bekämpfung des Schwarzgeld-Marktes durch mehr Überwachung mittels unbarer Zahlungsmittel. Was nicht berücksichtigt wird: Organisierte Kriminalität und kriminelle Energie lassen sich auch mit unbaren Systemen nicht ausschließen. Es gibt immer einen Weg, auch elektronisch über Schwarzgeld zu verfügen.

Die Lösung ist also nicht, Barzahlung unattraktiver zu machen oder sie einzuschränken. Vielmehr muss es im Hinblick auf eine Veränderung der Zahlungsgewohnheiten darum gehen, unbare Zahlungsmittel attraktiver zu gestalten – für Händler und Kunden. Erste Ansätze wurden zwar mit der europäischen Verordnung zur Regulierung der Interbankenentgelte sichtbar. Dies hat bereits dazu geführt, dass Händler zunehmend auch auf die Akzeptanz der Kreditkarte setzen, die bislang als zu teuer abgelehnt wurde. Doch es gibt weitere Optionen, die für bessere Rahmenbedingungen für unbare Zahlungen sorgen könnten. So sollte sichergestellt werden, dass das in Deutschland führende Zahlverfahren Girocard auf Basis der EC-Karte in den Anwendungsbereich der EU-Verordnung fällt. Zudem kann die Bundesregierung mögliche Optionen zur zusätzlichen Deckelung der Händlerentgelte ausschöpfen. Damit würde Kartenzahlung für den Handel günstiger. Das würde die Motivation bei den Händlern steigen, die Verfahren auch aktiv anzubieten. Am Ende stünde dann ein echter Gewinn für alle Verbraucher.

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