Schneller, digitaler, sicherer

Ein Beitrag von Alois Rainer (CSU), Vorsitzender des Finanzausschusses im Bundestag (Foto: Inga Haar)

Rainer Alois Foto Inga Haar grossSchneller, digitaler, sicherer - das erwartet der Investor vom heutigen Zahlungsverkehr. Die Bereiche Instant Payment und digitaler Euro sind zwei zentrale Zukunftsinnovationen. Echtzeitüberweisungen sind bereits seit 2017 möglich. Sie revolutionieren den schnellen und zuverlässigen Zahlungsverkehr. Diese neue Zahlungsmethode breitet sich nicht nur in Europa, sondern weltweit rasant aus. Zwar besteht keine Pflicht der Banken, Instant Payment anzubieten. Wenn wir aber auf die Zahl der deutschen Banken schauen, die diese Option des schnellen Transfers ermöglichen, so ist sie binnen weniger Jahre bereits zum Alltagsmechanismus geworden. Nun müssen wir es schaffen, dass auch die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Einzelhandel dauerhaft vom Instant Payment profitieren und hierfür seitens der Politik und Wirtschaft Hürden beseitigen, um diese Art der Zahlung zu ermöglichen und damit den Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.

Ähnlich sieht das Phänomen beim digitalen Euro aus. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte 2021, dass der digitale Euro bereits in fünf Jahren kommen könnte. Das Rennen um die Einführung läuft bereits weltweit. Neben der EZB sind weltweit rund 80 Zentralbanken mit der Entwicklung einer eigenen digitalen Währung beschäftigt. Für mich steht fest, der digitale Euro wird eine gute Ergänzung zur bewährten Zahlungsmethode mit Bargeld.

Um beide genannten Optionen vor Missbrauch zu schützen, plädieren Experten dafür, keine unbegrenzte Zahlungshöhe zuzulassen. Aufgrund der hohen Digitalaffinität - vor allem die vieler junger Menschen - gehe ich davon aus, dass neben dem Instant Payment auch der digitale Euro bald ein geläufiges Zahlungsmittel sein und die alltäglichen Zahlungsabläufe vereinfachen wird. Selbstverständlich sollte dies unter der Prämisse erfolgen, dass eine Zahlung mit Bargeld weiterhin gewährleistet bleibt. Daher müssen wir einen Mittelweg finden, wie wir Innovationen schnell und sicher wachsen lassen, aber dafür geläufige und gut funktionierende Bezahlmethoden wie das Bargeld erhalten können. Bis dahin sollten in den kommenden Jahren dezentrale Infrastrukturen geschaffen werden, um die Bankkunden umfangreich über die neuen Funktionen und über die Vorkehrungen zur Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufzuklären.

 

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Auch das handelsjournal widmet sich in seiner Ausgabe 2/2022 dem Schwerpunkt "Die Zukunft des Bezahlens".

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