Bargeld muss bezahlbar bleiben

Themenkachel BargeldZahlungsverkehr auf einer Seite: Hintergründe und HDE-Position zur Bargeldlogistik

 

Hintergrund

  • Bargeld ist nach wie vor ein bedeutendes Zahlungsmittel im Handel.
  • Das Bargeldhandling ist sowohl bei großen Filialisten als auch bei KMU ein wichtiger Geschäftsprozess und mit entsprechenden Aufwänden verbunden. Die Logistik wird bei KMU hauptsächlich bestimmt durch regionale Bankfilialen mit entsprechendem Angebot (Einzahlungsmöglichkeit und Angebot von Münzrollen). Filialisierte Unternehmen stützen sich auf Wertdienstleiser in der Versorgung mit Wechselgeld und der Entsorgung der Bareinnahmen.
  • Ein Verzicht auf Bargeldakzeptanz ist nach heutigem Stand nicht möglich.

Aktuelle Lage

  • Seit Jahren ist ein Trend zur Kartenzahlung zu beobachten, der im Zuge der Corona-Krise deutlich verstärkt wurde. Inzwischen werden nur noch 41 Prozent des Umsatzes bar abgewickelt (EHI-Prognose für 2020. Vergleich 2015=53,4%)
  • Das politische Umfeld ist Bargeld gegenüber eher negativ geprägt, verschärfte Geldwäscheregelungen, Bargeldobergrenzen, Abschaffung des 500-Euro-Schein, Münzprüfverordnung bringen Bargeld ein Negativimage.
  • Das wirtschaftliche Umfeld bringt zunehmende Herausforderungen. Bankfilialschließungen, steigende Bearbeitungskosten, Konzentration auf unbare Zahlarten legen nahe, dass Banken sich von Bargeld verabschieden wollen.
  • Bargeldhandling wird zunehmend teurer. Effizientes Bargeldhandling bei sinkenden Mengen und vor dem Hintergrund zunehmend effizienter werdenden Alternativen müssen im Handel bewertet werden, Investitionen vor diesem Hintergrund gut überlegt werden.

HDE-Position

  • Der Handel braucht Planungssicherheit über die weitere Entwicklung des Bargelds. Daher sollte eine intensive gesellschaftliche Diskussion darüber geführt werden, wieviel Bargeld in Zukunft nötig ist und wer die Lasten hierfür trägt.
  • Technologische Weiterentwicklungen/Automatisierung im Bargeldbereich sollten gefördert werden. Dabei kann der Handel weitere Dienstleistungen wie die Bargeldauszahlung am POS übernehmen. Entsprechende Rahmendbedingungen zur Förderung der Effizienz im Bargeldhandling sollten gesetzt werden (z.B. Förderung kleiner Bargeldkreislauf, Verzicht auf Münzprüfung).
  • Die Bundesbank sollte Optionen zur Effizienzsteigerung prüfen. Dabei kann auch eine Entscheidung getroffen werden, wieder mehr Aufgaben selbst zu übernehmen.
  • Eine Verpflichtung zur Akzeptanz von Bargeld im Handel ist nicht zielführend und kann zu hohen Kosten ohne Nutzen führen. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig: Wo muss Bargeld weiterhin als Korrektiv oder Kriseninstrument agieren, wo wird es verzichtbar?

 

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Ansprechpartner:

Ulrich Binnebößel
Tel.: 030 / 72 62 50 - 62
Fax: 030 / 72 62 51 - 88
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