Steuern: Kalte Progression abbauen

Positiv bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) die Ankündigung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Auswirkungen der kalten Progression weiter abzuschwächen. „Wenn Steuermehreinnahmen zur Verfügung stehen, ist es der richtige Weg, die Bürger zu entlasten.

Außerdem sorgt der Abbau der kalten Progression gleichzeitig für ein Stück mehr Steuergerechtigkeit“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Entlastungswirkung für den einzelnen bleibe allerdings gering. Wegen des Effekts der kalten Progression führen Lohnerhöhungen, die lediglich dem Ausgleich der Inflation dienen, oft zu einer höheren Durchschnittssteuerbelastung, ohne dass sich die wirtschaftliche Situation des Arbeitnehmers verbessert.

Gleichzeitig mahnt der HDE auch für die Zukunft eine Fortschreibung des Ausstiegs aus der kalten Progression an: „Dieser ungerechte Steuereffekt muss auf Dauer ganz vermieden werden“, so Genth weiter. Die Reform an dieser Stelle dürfe aber nicht auf Kosten notwendiger Veränderungen im Bereich der Unternehmenssteuern gehen. Im Vordergrund stehe dabei die den Einzelhandel benachteiligende Hinzurechnung von Mieten und Pachten bei der Gewerbesteuer. Denn diese Regelung sorgt dafür, dass viele Händler auch in Jahren ohne Gewinn zur Kasse gebeten werden. „Die Hinzurechnungen überfordern in Zeiten vielerorts sinkender Kundenfrequenzen gerade den Mittelstand“, so Genth weiter.

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