EU-Richtlinie für Schutzausrüstungen: Entwarnung für Topflappen

Müssen in Zukunft auch selbstgestrickte Topflappen mit CE-Kennzeichen und Konformitätserklärung versehen werden?

Diese Frage stellen sich Einzelhändler vor dem Hintergrund der kürzlich reformierten EU-Vorschriften für sogenannte „persönliche Schutzausrüstungen“. Die Vorschriften gelten neben Gasmasken und Schutzanzügen für Feuerwehrleute nämlich auch für Alltagsgegenstände wie Sonnenbrillen, Sturzhelme, Warnwesten oder Ofenhandschuhe. Leider lässt der in der EU-Verordnung definierte Anwendungsbereich Raum für Spekulationen hinsichtlich der Frage, welche Produkte schlussendlich betroffen sind. Viele Händler fürchten erheblichen Bürokratieaufwand, z.B. wenn die EU-weit einheitlichen Sicherheitsvorschriften auch für vermeintlich banale Produkte wie Regenschirme, Putzhandschuhe oder eben Topflappen gelten würden.

An dieser Stelle kann der HDE vorsichtig Entwarnung geben. So sind Regenschirme und Gummistiefel, die den Nutzer vor Witterungseinflüssen schützen, ausdrücklich von der Verordnung ausgenommen. Geschirrspülhandschuhe sind keine Schutzausrüstung im Sinne der EU-Verordnung. Auch selbstgestrickte Topflappen sollen nicht reguliert werden – allerdings ist die Abgrenzung zu regelungsbedürftigen Ofenhandschuhe, wie sie auch von Profiköchen verwendet werden, schwammig. „Um Einzelhändlern größtmögliche Rechtssicherheit hinsichtlich ihres Sortiments zu garantieren, drängt der HDE auf eine Präzisierung des Anwendungsbereichs im Rahmen der offiziellen Leitlinien, bevor die neuen Regeln zur Anwendung kommen“, so Götz Brandau aus dem HDE-Büro in Brüssel

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