Europol wird Zentralstelle zur Bekämpfung von Euro-Fälschungen

13. Juli 2005

Europol wird Zentralstelle zur Bekämpfung von Euro-Fälschungen

Die europäische Polizeibehörde Europol soll die Zentralstelle zur Bekämpfung von Euro-Fälschungen werden. Eine auf Vorschlag Deutschlands eingebrachte EU-Initiative wurde am Dienstag in Brüssel verabschiedet, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. Der Euro hat die Rolle einer Weltwährung eingenommen und gerät damit zunehmend ins Visier international organisierter Tätergruppen, begründete Bundesinnenminister Otto Schily den Vorschlag.

Bislang seien Informationen über Euro-Fälschungen nicht bei einer zentralen Stelle, sondern bei den verschiedenen nationalen Stellen bearbeitet worden. Europol in Den Haag werde damit auch zentrale Ansprechstelle für Drittstaaten. Allein im vergangenen Jahr habe die Europäische Zentralbank knapp 900.000 Fälle von Euro-Falschgeld registriert. Das entspreche einem Anstieg von knapp 40% gegenüber dem Vorjahr.




Presseerklärung des Bundesinnenministeriums vom 12. Juli 2005:

Die auf Vorschlag Deutschlands eingebrachte EU-Initiative, EUROPOL eine Zentralstellenfunktion für die Bekämpfung der Euro-Fälschung zu verleihen, wurde heute in Brüssel verabschiedet. Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt, die Euro-Fälschung innerhalb und außerhalb des Euro-Währungsraums zu bekämpfen und dadurch die Stabilität des Euro zu schützen.
 
Bundesinnenminister Otto Schily erklärt:
¿Seit ihrer Einführung hat die Europäische Gemeinschaftswährung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Euro hat die Rolle einer Weltwährung eingenommen und gerät damit zunehmend ins Visier international organisierter Tätergruppen. Die aktuellen Zahlen für 2004 spiegeln dies wider. In 2004 registrierte die Europäische Zentralbank 887.085 Fälle von Euro-Falschgeld. Dies entspricht gegenüber 2003 einem Anstieg um 38 %. Der Kampf gegen national und international agierende Fälscher ist für die Stabilität unserer Währung und damit für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger in Europa mit Nachdruck zu führen. Deshalb habe ich im Februar 2004 meinen G 5-Amtskollegen den Vorschlag unterbreitet, EUROPOL die Aufgabe einer Zentralstelle für die Bekämpfung der Euro-Fälschung zu übertragen. Der Vorschlag wurde von den Kollegen aufgegriffen und gemeinsam haben Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland die heute beschlossene EU-Initiative auf den Weg gebracht.
 
Vor Einführung des Euro haben die nationalen Zentralstellen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten Informationen über Fälschungen der jeweiligen nationalen Währungen gesammelt und analysiert. Wenn zum Beispiel im Ausland gefälschte DM-Noten auftauchten, war das Bundeskriminalamt als deutsche Zentralstelle zuständig. Seit Einführung des Euro gehen Informationen über Eurofälschungen nicht bei einer zentralen Stelle, sondern bei einer der verschiedenen nationalen Zentralstellen im Euro-Währungsraum ein. Für Drittstaaten, in denen gefälschte Euro auftauchten, gibt es bisher keinen zentralen Ansprechpartner.
 
Mit der Verabschiedung der Initiative wird nun EUROPOL in Den Haag die Zentralstelle im Euro-Währungsraum und damit zentraler Ansprechpartner für Drittstaaten. Damit wird sichergestellt, dass künftig alle Informationen zu Euro-Fälschungen aus Drittstaaten bei EUROPOL eingehen und mit den Informationen aus den EU-Mitgliedsstaaten zusammengeführt werden. EUROPOL leitet die Informationen an die nationalen Stellen der EU-Mitgliedstaaten weiter und übersendet die Analyseergebnisse an Mitglieds- und Drittstaaten. Durch die Bündelung aller relevanten Informationen wird EUROPOL in die Lage versetzt, noch bessere Analysearbeit zu leisten und damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Fälschungskriminalität zu leisten.¿


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