HDE gegen Schließungen von Bundesbankfilialen

6. Oktober 2009

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat sich in einem Schreiben an die Bundesbank massiv gegen die geplanten Filialschließungen der Bundesbank gewandt.

In dem Schreiben wird deutlich gemacht, dass nach zwei vorangegangenen Schließungswellen der Bundesbank heute ohnehin nur noch wenige Filialen der Bundesbank erreichbar seien. Mit weiteren Schließungen würden die Transportwege noch weiter, eine effiziente Bargeldlogistik kaum noch darstellbar. Neben unvermeidlich höheren Umweltbelastungen durch längere Lkw-Fahrten werden auch die Kosten für die Bargeldentsorgung steigen. Hinzu komme ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Beispielsweise muss ein Transport, der heute die eingesammelten Bargeldbestände in der Flensburger Filiale abgeben kann, künftig bis nach Hamburg fahren, um eine Bundesbankfiliale zu erreichen. Die Bundesländer Bremen und Schleswig-Holstein würden nach Verwirklichung der Pläne komplett ohne Bundesbankfiliale auskommen müssen. Von den Schließungsplänen betroffen sind Presseangaben zufolge die Standorte Aachen, Augsburg, Bayreuth, Bremen, Cottbus, Dresden, Duisburg, Flensburg, Gießen, Kassel, Kiel, Lübeck und Meiningen sowie die Betriebsstätte in Lörrach.

Der HDE weist auf die hoheitliche Aufgabe der Bundesbank hin, für eine effiziente Bargeldversorgung zu sorgen, zu der auch die Verantwortung für die Rücknahme der Banknoten gehört.
Die Argumentation der Bundesbank, sich aus Kostenerwägungen zunehmend aus dem Bargeldgeschäft zurückziehen zu wollen, um privaten Dienstleistern das Feld zu überlassen, wird im Handel nicht akzeptiert. Der Einzelhandel ist auch unter den künftig geltenden Rahmenbedingungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) nicht bereit, die eigenen Bareinnahmen einem privaten Dienstleister zur Weiterbearbeitung zu überlassen. Das private Bargeldrecycling, bei dem das Bargeld nach der Vereinnahmung und Aufbereitung dem Eigentümer nicht mehr physisch zuzuordnen ist, bietet ein hohes Risikopotential, wie der Handel in der Vergangenheit schmerzvoll lernen musste. Nur die staatlich garantierte Bargeldbearbeitung bietet den notwendigen Schutz vor Verlust.

Gleichzeitig ist der HDE aber bereit, gemeinsam mit der Bundesbank und anderen Betroffenen an neuen Bedingungen der Bargeldlogistik zu arbeiten. Mit einem ersten Gespräch, bei dem neben dem HDE der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) und Vertreter der Geld- und Wertdienstleistungsunternehmen teilnahmen, wurde bereits begonnen, Anforderungen an eine Bargeldlogistik zu formulieren. Gemeinsam mit der Bundesbank und den betroffenen Branchen kann es gelingen, eine effiziente Lösung zu schaffen, die letztlich auch dem Verbraucher zugute kommt.
Bargeld wird auch in Zukunft den wesentlichen Teil der Zahlungen im Einzelhandel ausmachen. Daher ist die staatliche Kontrolle und Aufsicht dieses Bereiches von bleibender Bedeutung.

Schreiben des HDE an den Bundesbank-Vorstand Dr. Sarrazin

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a target="_self" href="/4721">Pressemeldung vom 7. Oktober 2009

Kontakt: Ulrich Binnebößel, binneboessel@hde.de

 

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