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Mehr Herz, weniger Speck: Innenstädte brauchen den Handel und der Handel braucht die Innenstädte

Ein Beitrag von Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg (Foto: Thilo Rückert/Picture Alliance)

Woidke GrossBrandenburgs Städtelandschaft ist vielfältig
Neben den vier großen Oberzentren gibt es zahlreiche Mittel- und Kleinstädte, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind in ihrer Geschichte immer Orte des Austauschs und des Handels gewesen, haben die vor Ort produzierten Waren verkauft, ihr ländliches Umland versorgt oder gar den Erfolg ihrer Entwicklung an das Attribut „Handelsstadt“ gebunden. Viele unserer historischen Innenstädte sind hervorragend saniert. Straßenbild und pittoreske Fassaden sind, zum Beispiel in Brandenburgs 31 Orten der Arbeitsgemeinschaft historischer Stadtkerne, schöne Lebensorte und touristische Attraktionen. Aber sie sollen nicht nur eine Augenweide sein oder gar zum Museum werden, sondern vor allem lebendiges Zentrum zum Beispiel durch vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und gute Gastronomie.

Lebendige Städte brauchen starke Zentren
Der lokale Handel steht unter erheblichem Konkurrenzdruck, z. B. durch Einkaufszentren vor den Stadttoren oder den zunehmenden Internethandel. Deswegen ist es so wichtig, mit gut abgestimmten Einzelhandelskonzepten die Ansiedlungswünsche von Handelsunternehmen richtig zu dimensionieren und auf strukturverträgliche Standorte zu lenken. Das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ ist nach wie vor wichtig, etwas salopp gesagt: Mehr Herz, weniger Speck. Wichtige Entscheidungen dazu werden vor Ort getroffen. Hier sind alle Partner - Lokalpolitik, Händler, Gastronomen und ganz wesentlich auch die Bürger als Kunden – gefordert, für Attraktivität und damit einen starken Handel zu sorgen. Wenn wir alle als Kundinnen und Kunden mehr regionale Produkte in den lokalen Geschäften kaufen oder zum Beispiel das Lieblingsbuch beim lokalen Buchhändler bestellen, helfen wir mit, das Herz unserer Städte zu stärken. Ganz nebenbei reduzieren wir auch noch die Verkehrsbelastung, weil manche Transporter nicht mehr durch unsere Städte rollen müssen.

Qualifizierte und zufriedene Mitarbeiter: Ein Schlüssel zum Erfolg
Die Händler in unseren Städten müssen sich gegenüber anderen Vertriebswegen durchsetzen. Wichtig dafür sind gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die kundenfreundlich agieren und natürlich eine inspirierende Präsentation des Angebots. Sinnvoll – und in der heutigen Zeit sicher notwendig – sind digitale Ergänzungen. Und natürlich muss es Kooperationen der Gewerbetreibenden in einem Quartier oder in einer Einkaufsstraße geben. Sie alle hängen voneinander ab. Nur gemeinsam kann ein Quartier an Lebendigkeit gewinnen. Das Ladenöffnungsgesetz in Brandenburg ist, gerade auch an touristischen Standorten, eines der liberalsten in Deutschland.

Innenstädte müssen attraktiv und gut erreichbar sein
Der Handel und eine lebendige, urbane Stadt werden auch in Zukunft untrennbar miteinander verbunden sein. Aber das klassische Bild hat sich gewandelt. Stärker als bisher sind unverwechselbare, gut besuchte und baulich attraktive Innenstädte ein „Standortfaktor“ für Bewohner und Nutzer, aber auch für die wirtschaftliche Entwicklung einer Kommune. Erfolg verspricht die richtige Mischung mit anderen Nutzungen, dem Wohnen, Dienstleistungen, Kulturangeboten und öffentlicher Infrastruktur. Dazu wiederum müssen Stadtraum und Stadtbild „stimmen“, am besten mit kurzen Wegen und wenig Barrieren, im Sinne guter Erreichbarkeit. Sicher, bequem und schnell müssen öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad- und Fußverkehr funktionieren, damit die Innenstadt ihre Chancen bewahren kann. Die urbane Händlerschaft hat dann gute Aussichten, gegenüber der Konkurrenz zu bestehen und weiter zum lebendigen Bild unserer Städte beizutragen. Brandenburgs Landesregierung wird dies auch in Zukunft auf vielfältige Weise unterstützen. Dazu gehört die „City Offensive“, ein Wettbewerb guter Innenstadtprojekte.

 
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In diesem Blog kommen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zu allen Facetten des Einzelhandels zu Wort. Die Meinung der Autoren entspricht dabei nicht immer dem Standpunkt des HDE.

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Kontakt: Stefan Hertel