Binnenmarktstrategie der EU-Kommission: Wichtiger Vorstoß für grenzüberscheitenden Handel

Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet die heute von der EU-Kommission vorgelegte Binnenmarktstrategie positiv. Aus Sicht des Verbandes werden Hindernisse und bürokratische Hürden identifiziert, die nun abgeschafft werden müssen. Ein zentraler Punkt ist dabei ein Verbot von territorialen Lieferbeschränkungen (Territorial Supply Constraints).

 „Es ist überfällig, dass Handelsunternehmen auch im Einkauf endlich alle Vorteile eines einheitlichen EU-Binnenmarkts nutzen können. Die nun angestrebte Abschaffung territorialer Lieferbeschränkungen ist deshalb folgerichtig und dringend notwendig. Laut EU-Kommission könnten Verbraucher damit bis zu 14,1 Milliarden Euro sparen“, so die HDE-Geschäftsführerin für Europapolitik, Antje Gerstein. Dabei geht es um länderspezifische Vertriebsstrategien der Lebensmittelindustrie, die den EU-Binnenmarkt entlang nationaler Grenzen fragmentieren um teilweise signifikante Preisunterschiede aufrecht zu erhalten. In der Praxis machen die Hersteller beim Verkauf ihrer Produkte an einen Händler somit oft Vorgaben, in welchen Ländern er diese zum Verkauf anbieten darf. „In der Folge bezahlen damit viele Verbraucher in der EU unnötig hohe Preise, weil die Handelsunternehmen nicht alle Effizienzen eines echten Binnenmarktes nutzen können“, so Gersten weiter. Das nun angestrebte Verbot von territorialen Lieferbeschränkungen ist auch eine logische Konsequenz aus dem Mondelez-Urteil im Mai vergangenen Jahres: In diesem Fall kam die EU-Kommission zu dem Schluss, dass diese Praktiken illegal sind und die Händler in ihrer Freiheit einschränken, Produkte in Mitgliedstaaten mit niedrigeren Preisen zu beziehen.

Aber auch andere in der Binnenmarktstrategie aufgelistete Hindernisse sind für den Handel wichtig: Zum Beispiel im Verpackungsbereich, wo aus Sicht des HDE dringend mehr Harmonisierung notwendig ist. Zudem geht es um Kennzeichnungspflichten: Bei Lebensmitteln, damit die Verbraucher umfassend informiert werden und bei Textilien, wo mit dem digitalen Produktpass erhebliche Erleichterungen auf dem Weg zu geschlossenen Kreisläufen erzielt werden können. Gerstein: „Die Beschleunigung von Genehmigungs- und Standardisierungsverfahren ist elementar, um als echter Innovationsstandort erfolgreich zu sein.“

Insgesamt sieht der HDE die heute vorgestellte Binnenmarktstrategie mit großer Zuversicht. „Die EU-Kommission hat die Dringlichkeit von Regulierungsvereinfachung, Harmonisierung und Digitalisierung wesentlicher Binnenmarktprozesse verstanden. Nun muss sie entsprechend handeln, die Maßnahmen liegen auf dem Tisch“, so Gerstein weiter.

Hier finden Sie Pressemeldungen, Positionspapiere und weitere Beiträge des Handelsverbands zum Thema Fahrverbote

  1. BMVI veröffentlicht Förderrichtlinie zur Hardware-Nachrüstung für Handwerker- und Lieferfahrzeuge

    Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellt ab dem 1. Januar 2019 zunächst rund 333 Millionen Euro für die Hardware-Nachrüstungen von leichten und schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen bereit. Förderberechtigt sind allerdings nur Halter von Fahrzeugen, die in den sogenannten Schwerpunktregionen ansässig oder tätig sind.

    WEITERLESEN
  2. Automobilhersteller in die Pflicht nehmen

    Ein Kommentar von Michael Reink, Bereichsleiter Standort- und Verkehrspolitik Handelsverband Deutschland

    WEITERLESEN
  3. Verkehrswende sinnvoll gestalten - Rahmenbedingungen technologieoffen halten

    Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt sich dafür ein, die Verkehrswende in einen wirtschaftlich sinnvollen Zusammenhang zu stellen und nicht ausschließlich auf E-Mobilität zu setzen. E-Fahrzeuge sind gerade im gewerblichen Verkehr mit Lkw bis auf weiteres nicht geeignet, die Anforderungen des Handels an eine effiziente und wirtschaftlich darstellbare Logistik zu erfüllen.

    WEITERLESEN
  4. Attraktive Innenstädte ohne Schadstoffbelastung - Emissionsarme Innenstadt-Logistik des deutschen Handels

    Der Handel ist Innovator in vielen Bereichen der Logistik. Seit Jahren arbeitet er stetig und stringent an dem Ziel, lebenswerte Innenstädte zu erhalten. Dazu gehört auch die Reduktion von Schadstoffen, denn nur saubere Innenstädte laden zum Verweilen und Einkaufen ein. Sie sind einer der wichtigsten Bausteine, um den stationären Handel auch in Zukunft attraktiv zu halten.

    WEITERLESEN
  5. Fahrverbote vermeiden – Alternativen stärken

    Positionen zu drohenden Fahrverboten in Innenstädten

    WEITERLESEN
  6. Alternative Antriebe als Option im Güterverkehr

    Position und Forderungen des Handels, aktueller Stand und Hemmnisse

    WEITERLESEN
  7. Positionspapier: Zukunft der Innenstädte sichern

    Deutscher Städtetag und Handelsverband Deutschland beziehen Position: Zukunft der Innenstädte sichern

    WEITERLESEN
  8. Positionspapier: Zukunft der Innenstädte sichern

    Deutscher Städtetag und Handelsverband Deutschland beziehen Position: Zukunft der Innenstädte sichern

    WEITERLESEN
  9. Optimale Handelsstandorte

    Optimale HandelsstandorteFlächen | Handelslagen | Partner

    WEITERLESEN
  10. Beeinträchtigung des Innenstadthandels durch die Einführung der Blauen Umweltplakette

    Faktenpapier zur Planung einer neuen Umweltplakette, die den Kommunen eine noch engere Fassung der Umweltzonen ermöglichen soll.

    WEITERLESEN

Alle One-Pager zum Thema Zahlungsverkehr finden Sie hier... auch als PDF-Datei.