Energie-Paket der EU-Kommission: Signal für Senkung der Stromsteuer
- 22.04.2026
Angesichts der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Lage hat die Europäische Kommission heute neue Pläne für Energiehilfen vorgelegt. Diese sehen unter anderem vor, den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei der Absenkung der Stromsteuer zu geben. Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet das ausdrücklich positiv, fordert aber nun gleichzeitig die Bundesregierung zu einer schnellen Nutzung der bestehenden Spielräume für eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und Privatverbraucher auf.
„Die EU-Kommission hat verstanden, dass Strom und Energie schlicht zu teuer sind. Es ist richtig und wichtig, dass sie nun den Mitgliedsstaaten noch mehr Spielraum bei der Absenkung der Stromsteuer geben will“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die durch den Iran-Krieg weiter steigenden Energiekosten setzen den Handelsunternehmen in Deutschland zu. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichen nach einer kürzlich veröffentlichten HDE-Umfrage bei weitem nicht aus, um die Belastungen abzufedern. 85 Prozent bewerten beispielsweise die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend, 89 Prozent sehen sich durch Kostensteigerungen an der Schmerzgrenze. Der Handel ist davon doppelt betroffen: Zum einen steigen die Energiekosten in den Lieferketten und dem eigenen Unternehmen, zum anderen bleibt den Verbrauchern weniger für den Konsum im Geldbeutel.
„Die Bundesregierung muss schleunigst ihr schon im Koalitionsvertrag gegebenes Versprechen zur Senkung der Stromsteuer für alle einlösen. Es grenzt schon an Arbeitsverweigerung, wenn die Möglichkeiten, die die EU-Ebene richtigerweise gibt, nicht einmal annähernd genutzt werden. Die Pläne der EU-Kommission müssen eine starke Signalwirkung an die Bundesregierung entwickeln, umgehend tätig zu werden“, so von Preen weiter. Energie und Strom seien für alle zu teuer, nicht nur für einige privilegierte Industriebereiche, die aktuell schon von Stromsteuersenkungen profitieren.