Textilgesetz: HDE und BTE fordern mehr Herstellereinbindung und schlanke Strukturen
- 24.04.2026
Nach der Vorstellung der Eckpunkte des Bundesumweltministeriums zur Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe in Deutschland haben heute der Handelsverband Deutschland (HDE) und sein Bundesfachverband BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren ihre gemeinsame Stellungnahme beim Ministerium eingereicht. Darin unterstreichen die beiden Verbände die Notwendigkeit der umfassenden Einbeziehung der Hersteller.
Das Eckpunktepapier des Ministeriums liefert erste Anhaltspunkte, wie Hersteller künftig für die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien und Altschuhen finanziell aufkommen sollen.
Aus Sicht der HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit, Antje Gerstein, geht das Papier dabei in die richtige Richtung: „Wir bewerten es sehr positiv, dass das Umweltministerium mit seinen Eckpunkten den Grundstein für eine bürokratiearme und praxisnahe Umsetzung gelegt hat. Insbesondere ist sehr gut, dass hier frühzeitig die betroffenen Akteure mit ins Boot geholt werden, um ein System aufzubauen, das umsetzbar und an den europäischen Vorgaben orientiert ist. Gleichzeitig sehen wir noch Gestaltungsspielraum, vor allem in Bezug auf das Mitspracherecht und die Entscheidungsbefugnisse der betroffenen Hersteller. Wenn die Unternehmen das System bezahlen, müssen sie auch zumindest einen gewissen Einfluss auf die Ausgestaltung haben.“
Die beim Bundesumweltministerium eingereichte Stellungnahme der beiden Verbände HDE und BTE macht konkrete Vorschläge, wie eine Umsetzung aus Sicht der Händler und Hersteller aussehen kann. BTE-Geschäftsführer Sönke Padberg verweist auf die Notwendigkeit, eine schlanke Ausgestaltung sicherzustellen und die verschiedenen Produktbereiche gerecht zu adressieren: „Gerade im Bereich der Registrierung bietet es sich an, etablierte und gut funktionierende Systeme einzusetzen, die entsprechendes Know-how im Registrierungsprozess mitbringen. Außerdem sollte im weiteren Verfahren der EPR-Umsetzung auch darauf geachtet werden, dass einzelne Produktgruppen mit ihren besonderen Anforderungen gebührend berücksichtigt werden. Dies betrifft vor allem den Schuh- und den Heimtextilbereich. Dafür werden wir uns auch im weiteren Prozess stark machen. Besonders positiv bewerten wir den lösungsorientierten Input aller Beteiligten.“
Die Stellungnahme finden Sie unter: einzelhandel.de/15160