GEIG: HDE begrüßt mehr Praxisnähe beim Ausbau der Ladeinfrastruktur
- 13.05.2026
Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt den Kabinettsbeschluss zum Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG). Neben der Anzahl der Ladepunkte wird es auch eine qualitative Erfüllungsoption auf Basis der bereitgestellten Ladeleistung geben. Zudem wird beim Ambitionsniveau zwischen Neubauten und Bestandsgebäuden differenziert.
Der HDE sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu einem bedarfsgerechten und praxistauglichen Ausbau der Ladeinfrastruktur. „Öffentlich zugängliches Laden wird ein zentraler Erfolgsfaktor für den Hochlauf der Elektromobilität. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl der Ladepunkte, sondern vor allem die tatsächliche Ladeleistung“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gerade auf Handelsparkplätzen mit kurzen Aufenthaltszeiten seien leistungsfähige Schnellladeangebote besonders relevant.
„Der Handel übernimmt bereits heute eine wichtige Rolle beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Jeder dritte Schnellladepunkt in Deutschland befindet sich auf einem Handelsparkplatz. Damit ist der Einzelhandel einer der bedeutendsten Anbieter öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur in Deutschland“, sagt Genth.
Der HDE hatte sich seit langem für mehr Praxisnähe beim Aufbau von Ladeinfrastruktur eingesetzt. Die nun vorgesehene Wahlfreiheit zwischen quantitativer und qualitativer Erfüllung sende ein wichtiges Signal für mehr Investitionsrealität und einen bedarfsgerechten Ausbau.
Gleichzeitig sieht der HDE weiteren Anpassungsbedarf im Gesetzgebungsverfahren. Aus Sicht des Handels bedarf es insbesondere bei sehr großen Parkplatzstandorten eine Kappungsgrenze, wie sie auch in anderen Mitgliedsstaaten diskutiert wird.
Für europaweit tätige Handelsunternehmen ist zudem eine Klarstellung auf europäischer Ebene zur Auslegung von Artikel 14 der EPBD von erheblicher Bedeutung. Dies würde die notwendige Rechts- und Investitionssicherheit für Unternehmen ebenso wie für Mitgliedstaaten schaffen. Ein entsprechendes Engagement der Bundesregierung würde der HDE ausdrücklich begrüßen.