Entgelttransparenz: HDE bewertet die Verschiebung der Umsetzung der Richtlinie positiv

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist die Verschiebung der Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie positiv zu bewerten. „Die nationale Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie jetzt erstmal auszusetzen – noch dazu in der aktuellen schweren Wirtschaftskrise – war zwingend erforderlich und doch ein mutiger Schritt der Bundesregierung, um die Unternehmen in Deutschland vor diesem Bürokratie- und Regulierungswahnsinn zu bewahren.

Verglichen mit dem Bürokratiesupertanker Entgelttransparenzrichtlinie sind alle übrigen wichtigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Bürokratiebekämpfung nicht mehr als ein Quietscheentchen. Die Zeit muss nun genutzt werden, um die Richtlinie, die in dieser Form keinerlei Mehrwert bietet, in Brüssel grundsätzlich zu überarbeiten“, fordert Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik.

Die umfassende neue Berichtspflicht sowie der Auskunftsanspruch aus der Richtlinie sollen laut Ministerium erstmals zum Juni 2028 fällig werden; das Inkrafttreten sei für Anfang 2027 geplant. Nach Auffassung des Ministeriums soll die Richtlinie dabei aber auf das Notwendige beschränkt, möglichst bürokratiearm und wirksam umgesetzt werden. Ein Referentenentwurf liegt aktuell noch nicht vor, es seien hierfür weitere Abstimmungen erforderlich.

„Entgeltgleichheit als Ziel zu formulieren ist richtig, allerdings ist noch mehr Bürokratie hierfür nicht das richtige und effektivste Mittel. Wenn die Politik dieses Ziel erreichen will, muss sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf allen Ebenen jetzt konsequent in den Fokus nehmen. So braucht es im gesamten Bundesgebiet dazu zunächst eine verlässliche Kitaversorgung an allen Werktagen (inklusive samstags) auch nach 17 Uhr, auch die optimierte Pflege von Angehörigen ist ein wichtiger Baustein. Außerdem braucht es ein modernes Arbeitszeitrecht mit einer flexiblen wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz. In der Folge würden sich die Erwerbsbiografien der Geschlechter in absehbarer Zeit automatisch immer weiter angleichen, sogar ganz ohne weitere Bürokratie“, so Haarke weiter.