HDE zu neuen Bundesministern: Wirtschaft braucht jetzt Verlässlichkeit und Entlastungen
- 29.07.2026
Mit Blick auf die heutige Ernennung von Carsten Linnemann als neuen Bundesgesundheitsminister und Steffen Bilger als neuen Bundesverkehrsminister macht der Handelsverband Deutschland (HDE) deutlich, dass angesichts der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage jetzt zügig weitere Entlastungsmaßnahmen für Wirtschaft und Verbraucher auf den Weg gebracht werden müssen.
Angesichts des aktuellen Umbaus des Bundeskabinetts ist es aus Sicht des HDE entscheidend, die bereits angestoßenen Reformen fortzuführen und weitere Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts schnell auf den Weg zu bringen. Die vor wenigen Wochen von der bisherigen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgestellte Pflegereform begrüßt der HDE ausdrücklich. Sorgen machen die Pläne zur außerordentlichen Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und vor allem für den Bereich der Minijobs: „Wir appellieren an alle Beteiligten, von weiteren Kostensteigerungen abzusehen und Minijobs zu erhalten. Der Einzelhandel und viele weitere Branchen sind auf diese Form der Beschäftigung angewiesen, um flexibel auf branchenspezifische Stoßzeiten reagieren zu können", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die erstmalige Beitragspflicht in der Pflegeversicherung lasse die Kosten für Arbeitgeber bei Minijobs explodieren. Die allein vom Arbeitgeber zu leistende Pauschalabgabe steige auf knapp 40 Prozent an. Diese treffe den Einzelhandel mit rund 800.000 Minijobbern unverhältnismäßig hart. Deshalb lehnt der HDE auch die zur Debatte stehenden Vorschläge zur de facto Abschaffung der Minijobs strikt ab. Viele Minijobber könnten angesichts ihrer Lebensumstände nicht einfach in andere Beschäftigungsformen wechseln.
Vom neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erwartet der HDE sichtbare Fortschritte bei der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. „Der Handel ist auf funktionierende Verkehrswege angewiesen. Nur mit leistungsfähigen Straßen, Brücken und Schienen können Waren zuverlässig transportiert und die Versorgung der Verbraucher in Städten und auf dem Land sichergestellt werden", so Genth. Es brauche eine langfristig planungssichere Finanzierung von Autobahnen, Brücken sowie der Straßen- und Schieneninfrastruktur. Diese Inwertsetzung der Verkehrsinfrastruktur muss gezielt und geplant erfolgen. Das Stückwerk mit kurzfristigen Schließungen von Brücken und sonstigen Verkehrswegen muss der Vergangenheit angehören. Gerade für den Einzelhandel sind leistungsfähige Lieferketten und eine zuverlässige Erreichbarkeit der Innenstädte wesentliche Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Neben der Modernisierung des Straßennetzes zählt dazu ebenso der Hochlauf klimafreundlicher Nutzfahrzeugtechnologien und der Ausbau der dafür erforderlichen Infrastruktur.
„Die Kabinettsumbildung muss ein Zeichen setzen, um die anstehenden Reformen noch entschlossener und konsequenter umzusetzen. Wir können uns weitere Verzögerungen nicht mehr leisten, die neuen Amtsträger müssen schnell in ihre Rolle finden“, so Genth.