Textil- und Modeindustrie sowie Handel schmieden breite Allianz für textile Kreisläufe
- 26.08.2026
Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (Gesamtverband textil+mode) und der Handelsverband Deutschland (HDE) haben die „Allianz für textile Kreisläufe“ gegründet. In einem gemeinsamen Aufruf laden die Verbände Unternehmen, Institutionen und weitere Akteure entlang der textilen Wertschöpfungskette ein, sich der Initiative anzuschließen und die zukünftige Ausgestaltung der textilen Kreislaufwirtschaft aktiv mitzugestalten.
Unter der Überschrift „Kreislauf braucht Zusammenarbeit“ setzt sich das Bündnis für eine praxisnahe, effiziente und unbürokratische Umsetzung der EU-Vorgaben für die sogenannte Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) ein. Ein entsprechender Gesetzentwurf dazu ist gerade in Vorbereitung. Erstmals sollen Inverkehrbringer von Textilien in Deutschland Gebühren für deren spätere Entsorgung zahlen.
Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode:
„Die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden textilen Kreislaufwirtschaft. Entscheidend ist jedoch, dass die Unternehmen, die die Finanzierung und Verantwortung tragen, ihre Expertise auch aktiv in die Ausgestaltung des Systems einbringen können. Die innovative deutsche Textil- und Modeindustrie mit ihrer leistungsfähigen Textilforschung verfügt über eine umfassende Expertise. Dieses Wissen muss genutzt werden, um praktikable und wirksame Lösungen für mehr Kreislaufwirtschaft zu schaffen.“
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE):
„Die Erweiterte Herstellerverantwortung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gilt. Es darf nicht sein, dass deutsche und europäische Unternehmen die Kosten und Pflichten eines EPR-Systems tragen, während internationale Plattformen oder Anbieter aus Drittstaaten von diesen Verpflichtungen ausgenommen bleiben. Wer Produkte auf den europäischen Markt bringt, muss gleichermaßen Verantwortung übernehmen. Nur so schaffen wir faire Wettbewerbsbedingungen und eine tragfähige Grundlage für die textile Kreislaufwirtschaft.“
Die Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Handelsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stehen die Unternehmen in Deutschland und Europa unter erheblichem Wettbewerbsdruck durch globale Marktverwerfungen, ungleiche Wettbewerbsbedingungen sowie das starke Wachstum internationaler Direktvertriebs- und Plattformmodelle.
Vor diesem Hintergrund setzt sich die Allianz für eine verbindliche Beteiligung von Herstellern und Handel an der Ausgestaltung des Systems, eine klare und effiziente Systemarchitektur, eine transparente und verursachergerechte Kostenverteilung, einen rechtssicheren und europäisch harmonisierten Anwendungsbereich sowie für faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktakteure ein. Ziel der Allianz ist ein EPR-System für Textilien und Schuhe, das ökologische Ziele erreicht, wirtschaftlich tragfähig ist und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärkt.
Mehr Informationen auf www.allianz-textile-kreislaeufe.de.