Einkommensteuer: HDE fordert Nachbesserung für den Mittelstand
- 09.09.2026
Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert die vom Kabinett beschlossene Reform der Einkommensteuer. Aus Sicht des Verbandes sind die geplanten Entlastungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu gering. Gleichzeitig würden insbesondere viele mittelständische Handelsunternehmen durch die Anhebung des Einkommensteuertarifs zusätzlich belastet. Der HDE fordert deshalb deutliche Nachbesserungen.
„Die Erhöhung der Einkommensteuer für die höheren Einkommen belastet zahlreiche mittelständische Handelsunternehmen in diesen ohnehin schon schwierigen Zeiten. Denn für die zahlreichen Personenunternehmen im mittelständischen Handel ist die Einkommensteuer die Unternehmensteuer. Viele Einzelhändler leiden seit Corona unter der anhaltend schlechten Verbraucherstimmung. Da kann es nicht der Ernst der Bundesregierung sein, diese mittelständischen Unternehmen jetzt auch noch steuerlich schlechter zu stellen. Da spielt die Politik mit dem Überleben vieler mittelständischer Unternehmen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Das Bundeswirtschaftsministerium weise zu Recht darauf hin, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verbesserung der Thesaurierungsbegünstigung bei der Einkommensteuer sowie des Optionsmodells zur Körperschaftsteuer zeitnah folgen müsse. Im Übrigen müsse der Effekt der kalten Progression vollständig ausgeglichen werden.
„Bei der Einkommensteuer muss auf jeden Fall noch einmal nachgerüstet werden. Für die mittelständischen Unternehmen ist der jetzige Beschluss in der Form nicht tragbar. Und auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher bringt er zu wenig Entlastung. Daher erwarten wir auch mit Blick auf die Konsumstimmung keinen positiven Effekt“, so Genth.