Reduzierung von Ausbildungsberufen: Bundesrat schwächt ursprünglichen Vorstoß aus Sachsen ab

Der Bundesrat hat den ursprünglichen Vorstoß zur Reduzierung der Ausbildungsberufe am 25. September 2026 deutlich abgeschwächt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürwortet die Entscheidung und betont gleichzeitig, wie wichtig es aus Sicht des Handels ist, dass Veränderungen bei Ausbildungsberufen nicht losgelöst von den Bedarfen der betrieblichen Praxis beschlossen werden.

Ausgangspunkt für den Beschluss war ein Antrag des Freistaates Sachsen. Dieser hatte eine stärkere Bündelung der bestehenden Ausbildungsberufe und ihrer Fachrichtungen und Schwerpunkte gefordert. Konkret ging es unter anderem um die Reduzierung und Zusammenlegung artverwandter Ausbildungsberufe zu sogenannten Kernberufen, die Reduzierung von Fachrichtungen und Schwerpunkten sowie die Prüfung, ob Spezialisierungen künftig anders in der betrieblichen Ausbildung verortet werden können.

„Die betriebliche Praxis muss darüber entscheiden, welche Ausbildungsberufe und Qualifikationen gebraucht werden. Deshalb ist es richtig, dass der Bundesrat die Sozialpartner und die weiteren Verantwortlichen der dualen Ausbildung in den weiteren Abstimmungsprozess einbezieht. Der Beschluss ist damit ein wichtiger Schritt gegenüber dem ursprünglichen Antrag. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Rolle der Sozialpartner in der Ordnungsarbeit noch stärker berücksichtigt wird“, so Anna Noack, HDE-Abteilungsleiterin Berufsbildung und Bildungspolitik.

Die Herausforderungen bei der Beschulung an den Berufsschulen sind aus Sicht des HDE real und müssen gelöst werden. Eine Zusammenlegung von Ausbildungsberufen sollte jedoch nicht allein aus Gründen der schulischen Organisation erfolgen. Entscheidend müssen die tatsächlichen Qualifikationsbedarfe der Unternehmen und Branchen sein. Der HDE steht deshalb für einen konstruktiven Austausch mit Bund, Ländern und Sozialpartnern zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung zur Verfügung.