Beschäftigungszahlen im Einzelhandel rückläufig: HDE warnt vor steigenden Arbeitskosten
- 07.10.2026
Mit Blick auf den heutigen Koalitionsausschuss warnt der HDE vor den Folgen steigender Arbeitskosten und mahnt zudem weiter Tempo bei den unmittelbar bevorstehenden Sozialreformen in der Pflege und Rente an. Diese Reformen sind wichtig für die Zukunft unseres Landes und im Grundsatz sehr zu befürworten. Allerdings dürfe die Beitragslast in der Sozialversicherung und damit die Kosten für den Faktor Arbeit nicht weiter ansteigen. Im Gegenteil: Die Kosten für Arbeit müssten dringend stabilisiert und wieder zurückgeführt werden. Nach den aktuellsten Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag: 31.03.2026) ist die Beschäftigung im Einzelhandel im Vorjahresvergleich erneut spürbar zurückgegangen.
„Wir haben allein in den letzten zwölf Monaten rund 4.000 Arbeitsplätze pro Monat im Einzelhandel verloren“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. Die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel liegt weiter bei mehr als drei Millionen und ist damit nach wie vor auf einem im Branchenvergleich hohem Niveau, die Tendenz ist aber rückläufig. Die Kosten für den Faktor Arbeit sind schlicht zu hoch: Steigende Sozialversicherungsbeiträge, eine explodierende Kostenpauschale für Arbeitgeber bei den Minijobs, ein Mindestlohn, der zum Jahreswechsel auf 14,60 Euro pro Stunde angehoben wird und damit seit seiner Einführung im Jahre 2015 bereits um mehr als 70 Prozent gestiegen ist sowie weiter wachsende Bürokratie- und Regulierungskosten. Diese Faktoren drücken auf die Beschäftigungsneigung in allen Branchen. Erschwerend komme hinzu, dass durch die steigende Beitragslast in der Sozialversicherung auch noch die Konsumlaune der Menschen leide, was den Einzelhandel besonders hart treffe.
Allein die von der Alterssicherungskommission empfohlene gesetzliche Kapitalrente wird die Beiträge in der Rentenversicherung von heute 18,6 Prozent um weitere 2 Prozent bis 2031 anheben. Diese Beitragssteigerungen müssen daher zumindest auf tarifliche oder betriebliche Regelungen zur arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge anrechenbar gemacht werden, damit Arbeitgeber, die diese Leistungen gewähren, nicht dadurch noch zusätzlich belastet werden. Völlig falsch wäre es auch, in dieser schwierigen Lage auch noch über eine Abschaffung der Minijobs, beziehungsweise deren Begrenzung auf einzelne Personengruppen, nachzudenken. „Minijobs sind zur Abdeckung der Stoß- und Randzeiten traditionell von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor und zudem bei den Menschen äußerst beliebt. Auch das Blockmodell bei der Altersteilzeit muss erhalten bleiben. Eine Abschaffung des Blockmodells verkenne die wichtige Rolle der Altersteilzeit in Restrukturierungsprozessen, dies noch dazu in der Krise. Das wäre in der aktuellen Lage das völlig falsche Signal“, so Haarke.