Erfolgsmodell Westbalkanregelung: HDE warnt vor Halbierung des Kontingents
- 28.10.2026
Die Bundesregierung plant, das jährliche Kontingent für die sogenannte Westbalkanregelung ab 2027 von 50.000 auf 25.000 Personen zu halbieren. Der HDE lehnt diesen Schritt ab und fordert angesichts des Fachkräftemangels stattdessen eine vollständige Aufhebung dieses Migrations-Kontingents sowie ein schnelleres und digitales Antragsverfahren. Der entsprechende Gesetzentwurf soll bereits in der kommenden Woche im Kabinett beschlossen werden.
„Diese Begrenzung gehe an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbei“, sagt Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik. Die Westbalkanregelung habe sich als erfolgreiches Instrument der Erwerbsmigration bewährt und trage dazu bei, die Fachkräftelücke auch im Einzelhandel zu begrenzen. „Trotz aktueller Jobverluste beklagt die Branche eine Fachkräftelücke von rund 108.000 offenen Stellen. Eine Beschränkung des Kontingents würde das Erfolgsmodell Westbalkanregelung schwächen und das Fachkräfteproblem in Deutschland perspektivisch verschärfen“, so Haarke weiter.
Menschen, die über die Westbalkanregelung nach Deutschland kommen, sind überwiegend als Fachkräfte tätig. Im Jahr 2025 war das Kontingent bereits vor Jahresende ausgeschöpft. Neben dem Baugewerbe, dem Gastgewerbe sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen wäre insbesondere auch der Einzelhandel als Großbranche von einer Halbierung des Kontingents spürbar betroffen. Zudem besteht kein Risiko für die Sozialsysteme, denn ein Aufenthaltstitel setze nach der Westbalkanregelung immer einen Arbeitsvertrag voraus.
„Auch vor dem Hintergrund der laufenden EU-Beitrittsverhandlungen mit den Staaten des Westbalkans ist es nicht nachvollziehbar, den Zugang für Arbeitskräfte aus dieser Region weiter zu begrenzen“, so Haarke abschließend.