Richtiger Schritt: Neue Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Nicht-EU-Ländern eingeführt
- 04.11.2026
Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet die neue Bearbeitungsgebühr für in die EU eingeführte Warensendungen als weiteren wichtigen Erfolg im Kampf um faire Wettbewerbsbedingungen mit Drittstaatenplattformen wie Temu und Shein. Seit dem 1. November 2026 wird für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Warenkategorie erhoben.
„Wir sehen, dass bereits die im Juli eingeführte Zollgebühr in Höhe von drei Euro pro Paket und Warengruppe für Kleinwarensendungen aus dem EU-Ausland einen spürbaren Effekt zeigt. Die Zahl der aus China in die EU eingeführten Kleinsendungen ist nach Angaben des französischen Zolls seit Einführung der Maßnahme um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Daher hoffen wir, dass die nun zusätzlich erhobene Bearbeitungsgebühr einen weiteren positiven Effekt haben wird. Dafür haben wir uns als HDE jahrelang eingesetzt. Dass diese Maßnahmen nun umgesetzt werden, ist wichtig und richtig“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.
Die neue Bearbeitungsgebühr muss von den Online-Händlern oder Importeuren gezahlt werden. Besonders betroffen sind damit Anbieter wie Shein, Temu oder AliExpress, über deren Plattformen große Mengen günstiger Waren aus Asien nach Europa gelangen. Die Endverbraucher hierzulande sind von der neuen Gebühr daher zunächst nicht direkt betroffen.
„Wir gehen davon aus, dass die Gebühr teilweise, etwa über höhere Produktpreise, an die Verbraucher weitergegeben wird. Das dürfte sich dann in den Importzahlen widerspiegeln. Es ist wichtig, die Flut an teils gesundheitlich bedenklichen Billigprodukten einzudämmen. Solche Produkte dürfen auf dem europäischen Markt keinen Platz haben. Dafür müssen die geltenden Regeln konsequent durchgesetzt werden“, so Tromp.
Weitere Informationen sowie eine aktuelle Studie zu Temu und Shein unter: einzelhandel.de/15151