Binnenmarkt stärken, Territorial Supply Constraints abbauen
216.73.216.205Unter der Moderation von Sandra Parthie diskutierten Kerstin Jorna, Generaldirektorin der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (DG GROW) der Europäischen Kommission, Christian Doleschal MdEP, Emilie Bourgoin, Director Public Affairs bei der REWE Group, sowie Berthold Schröder, Präsident von Handwerk NRW und der Handwerkskammer Dortmund. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie bestehende Hindernisse im Binnenmarkt abgebaut werden können, um Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in Europa zu stärken. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den sogenannten Territorial Supply Constraints (TSCs), die Unternehmen daran hindern können, Waren innerhalb der Europäischen Union frei und zu gleichen Bedingungen zu beziehen.
Für den Handel sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar: TSCs schränken den Wettbewerb ein, erhöhen Kosten entlang der Lieferketten und führen zu Preisunterschieden innerhalb Europas. Schätzungen zufolge belasten diese Beschränkungen Verbraucherinnen und Verbraucher europaweit mit mehr als 14 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Diskussion machte deutlich: Die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit erfordert nicht nur neue Initiativen, sondern vor allem die konsequente Beseitigung bestehender Binnenmarkthindernisse. Weniger nationale Sonderwege, mehr Harmonisierung, schnellere digitale Verfahren und weniger Bürokratie würden insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen.
Für den HDE bleibt die Vollendung des Binnenmarkts daher ein zentrales Anliegen. Der Abbau von Territorial Supply Constraints kann dazu beitragen, Wettbewerb zu stärken, Kosten zu senken und die Vorteile des europäischen Binnenmarkts für Unternehmen und Verbraucher besser nutzbar zu machen.
Aktuell im Fokus: Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu Territorial Supply Constraints gestartet. Ziel ist es, bestehende Beschränkungen im grenzüberschreitenden Warenbezug besser zu erfassen und mögliche Maßnahmen zur Stärkung des Binnenmarkts zu identifizieren. Der HDE wird sich aktiv in diesen Prozess einbringen und die Interessen des Handels in die Debatte einfließen lassen.

Fotos: Land NRW / Florian Hemann