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Sicher, einfach, privat: Was Verbraucherinnen und Verbraucher vom digitalen Euro erwarten

Ein Beitrag von Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Foto: Die Hoffotografen/Christine Blohmann.

Porträtfoto-von-Ramona-PopDie Art, wie wir bezahlen, verändert sich. Digitale Lösungen prägen längst den Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig bleibt Bargeld für viele unverzichtbar. In diesem Spannungsfeld steht der digitale Euro: eine staatlich abgesicherte digitale Ergänzung zum bestehenden Zahlungsangebot.

Chancen des digitalen Euros für Verbraucher:innen und Handel

Für Verbraucher:innen und Handel ist gleichermaßen wichtig, welche Zahlungsmittel sie nutzen können und welche Kosten dabei entstehen. Mit zunehmender Digitalisierung stehen Verbraucher:innen immer häufiger vor dem Problem, nicht bar bezahlen zu können. Damit verlieren sie Vorteile wie Privatsphäre oder einfache Handhabung. Stattdessen sind sie beim Bezahlen auf private, oftmals außereuropäische Zahlungsanbieter angewiesen.

Gleichzeitig gerät auch der Handel in immer stärkere Abhängigkeiten von wenigen privaten Anbietern und deren Konditionen. Während Bargeld im stationären Handel eine Alternative zu privaten Angeboten darstellt, fehlt eine vergleichbare Option im digitalen Raum. Der digitale Euro ist daher das passende Instrument, um unseren Zahlungsverkehr sicherer, effizienter und vor allem unabhängig von wenigen außereuropäischen Anbietern zu machen. Für den Handel kann dies mehr Wettbewerb im Zahlungsmarkt schaffen. Das würde langfristig Transaktionskosten senken und so auch die Kosten für Verbraucher:innen reduzieren.

Eine Umfrage des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC) zeigt, was Verbraucher:innen von einem neuen digitalen Zahlungsinstrument erwarten: Er soll sicher und zuverlässig sein, einfach funktionieren und keine zusätzlichen Kosten verursachen. Verbraucher:innen erwarten zudem wirksame Rückerstattungsregeln im Betrugsfall, den Schutz ihrer Privatsphäre sowie eine breite Akzeptanz des digitalen Zahlungsinstruments für Zahlungen.[1] Sollte der digitale Euro diese Anforderungen erfüllen, kann er einen verbraucherfreundlichen digitalen Zahlungsverkehr stärken und Bargeld als Zahlungsinstrument sinnvoll ergänzen. Denn Verbraucher:innen sollten im Alltag zwischen öffentlichen und privaten Zahlungslösungen wählen dürfen – online und vor Ort.

Herausforderungen des digitalen Euros: Vertrauen und Akzeptanz

Die Erhebung von BEUC zeigt allerdings auch, dass sich viele Verbraucher:innen bisher nicht ausreichend über den digitalen Euro informiert fühlen. Diese Informationslücke kann Unsicherheit erzeugen und Skepsis verstärken.

Für seine Akzeptanz ist daher entscheidend, frühzeitig und verständlich zu erklären, wie der digitale Euro funktioniert und welchen konkreten Nutzen er im Alltag bietet. Nur wenn Verbraucher:innen den digitalen Euro verstehen und echten Mehrwert in ihm sehen, wird er sich als Zahlungsmittel etablieren können.

Notwendige politische Rahmenbedingungen für den digitalen Euro

Der digitale Euro soll eine echte Alternative zu privaten Zahlungsanbietern sein. Dafür muss er als öffentliches Gut ausgestaltet werden: zugänglich für alle Verbraucher:innen, mit hohen Datenschutzstandards und flächendeckender Nutzbarkeit. Entscheidend ist zudem, dass die Gebühren bei der Zahlung mit dem digitalen Euro für den Handel gering ausfallen, damit auch für Verbraucher:innen keine hohen Kosten entstehen. Gleichzeitig muss der digitale Euro alltagstauglich und leicht verständlich sein. Nur dann wird er im Handel gerne angeboten und von Verbraucher:innen im Alltag genutzt werden. Und nur dann kann er zu mehr europäischer Souveränität beitragen.

[1] BEUC, 2025: “Free, easy and secure – What consumers expect from the digital Euro”, https://www.beuc.eu/reports/free-easy-and-secure-what-consumers-expect-digital-euro.