Studie "Räumliche Auswirkungen von Online-Handel auf Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren"

In diesem  ExWoSt-Projekt werden mögliche räumliche Auswirkungen des zunehmenden Online-Handels auf städtische Zentren untersucht. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie und mit welchen Instrumenten die Entwicklung in  Innenstädten sowie Stadtteil- und Ortszentren positiv gestaltet und gesteuert werden kann.  

Projektlaufzeit: bis März 2016

Ausgangslage
Stadt und Handel weisen vielfältige Interdependenzen auf. Signifikante Veränderungen der Orte des Handels (Betriebsformen) wurden immer von Auswirkungen auf Stadt, Stadtgestalt und Lebensqualität in den Städten begleitet. Seit ca. 15 Jahren wird über die Auswirkungen des Online-Handels diskutiert. Mittlerweile wird erkennbar, dass der Trend zum Online-Einkauf eine starke und wachsende Dynamik entfaltet - und sich damit sehr vielschichtig auf Stadt und Raum auswirken könnte. Städtebauliche sichtbare Folgen können sich beispielsweise in zunehmendem Leerstand in klassischen Geschäftsstraßen, kürzer werdenden Nutzungszyklen von Handelsimmobilien, der Verödung öffentlicher Räume und auch einer teilräumlichen Verschlechterung der Versorgungssituation zeigen.

Zunehmend spürbar werden auch logistische Veränderungen auf Ebene der Stadtteil- und Ortszentren, aber auch in  Wohngebieten, z.B. durch Lieferverkehre, Paketboxen. In Wechselwirkung mit anderen sozioökonomischen Entwicklungen (Demografie, Reurbanisierung) treten die Auswirkungen von Online-Handel räumlich selektiv auf. Sie werden in verschiedenen Raumkonstellationen und -typen in unterschiedlicher Ausprägung und Veränderungsdynamik wirksam.

Inhalt und Ziel
Diese unterschiedlichen Entwicklungen werden untersucht. Zentraler Untersuchungsgegenstand sind städtische Zentren. Untersucht werden vor dem Hintergrund des Online-Handels die Abhängigkeiten zwischen Stadt und Handel, die Bedeutung der Handelsfunktion für verschiedene städtische Räume sowie deren gemeinsame Perspektiven. Innerhalb dieses Rahmens sollen entscheidende Akteure und Faktoren identifiziert werden, mit deren Hilfe eine zukunftsfähige Entwicklung der Zentren unterstützt werden kann. Es wird ein Zeithorizont bis 2025 betrachtet.

Konzept
Im Vordergrund des Projekts stehen zwei zentrale Forschungsfragen:

  • Zum einen geht es um die Entwicklung des Online-Handels und seiner (möglichen) räumlichen Effekte,
  • zum anderen um die Frage des Einflusses der Akteure auf diese Entwicklung. 

Im ersten Schritt werden Studien und Analysen zum Thema Einzelhandel und Zentrenentwicklung gesichtet. Schwerpunkt ist die Zusammenstellung und Auswertung von Einschätzungen und Prognosen zur Handelsentwicklung (mit und ohne Online-Handel) und zur Entwicklung der verschiedenen Zentrenkategorien. Wichtige Aspekte sind die Funktionsweise, Logik und Logistik von Online-Handel, um mögliche Auswirkungen auf Stadt, Quartiere und Umland mitdenken zu können. Exemplarisch werden internationale Beispiele in die Untersuchung einbezogen, um auch die Auswirkungen verschiedener institutioneller Rahmenbedingungen zu untersuchen.

Ergänzend werden Expertengespräche mit Akteuren aus den Bereichen Handel, Politik, Verbände, Verwaltung, Logistik und Wissenschaft geführt. Die auf dieser Grundlage entwickelten Thesen werden in einer Delphi-Befragung (2 Wellen, ca. 50 Befragte aus Handel, Immobilienwirtschaft, Stadtentwicklung u. a. m.) konkretisiert.

Die Ergebnisse (Thesen) aus der Erarbeitung des Forschungsstandes, den Expertengesprächen und der Delphi-Befragung sollen im Rahmen eines Workshops (in Anlehnung an die Methode des European Awareness Scenario Workshops (EASW)) vertieft diskutiert werden. In  verschiedenen Diskussionskonstellationen werden diskursiv Szenarien entwickelt, die die Interessen, Vorstellungen und Handlungsmöglichkeiten der Akteure berücksichtigen.

Das ExWoSt-Projekt wird durch einen Expertenbeirat begleitet. Der Beirat hat die Funktion, die Auftraggeber BMUB, HDE und BBSR zu beraten und das Forschungsprojekt kritisch-reflektierend zu begleiten.

Die verschiedenen Arbeitsschritte sollen in eine fundierte Einschätzung zur Entwicklung des Online-Handels münden. Darin sollen die Chancen und Risiken für die Perspektiven verschiedener Zentrenkategorien dargestellt werden. Es sollen Szenarien entwickelt werden, die mögliche Entwicklungen aufzeigen. Einflussfaktoren und Handlungsmöglichkeiten  verschiedener Akteure sollen identifiziert werden.

Im Auftrag von BMUB, BBSR und HDE wurden beauftragt:

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
in Kooperation mit
BBE Handelsberatung GmbH

Kontakt:
Michael Reink
Handelsverband Deutschland
Tel.: 030/72 62 50 24
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