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Entgeltentwicklung

Tarifliche Arbeitsbedingungen im Einzelhandel

Das tarifliche Monatsentgelt in der wichtigsten Tarifgruppe (Verkaufstätigkeit) beläuft sich in allen Tarifregionen in der Endstufe auf mehr als 2.500 Euro. Gezahlt werden zudem jährlich 13,25 Tarifgehälter (inklusive tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt im Einzelhandel zumeist 37,5 Stunden (West) bzw. 38 Wochenstunden (Ost). Das Arbeiten ab 18.30 Uhr wird zusätzlich mit 20 Prozent Zuschlag belohnt, ab 20 Uhr mit 50 Prozent Zuschlag, Arbeit an verkaufsoffenen Sonntagen mit 100 Prozent Zuschlag. Die Tarifverträge des Einzelhandels sehen zudem bereits seit 2002 eine durch die Arbeitgeberseite finanzierte tarifliche Altersvorsorge in Höhe von 300 Euro jährlich vor. Hierdurch wird von den Handelsunternehmen der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung gefördert, mit der die Beschäftigten ihre gesetzlichen Rentenansprüche aufstocken können.

 

Entwicklung der Tarifentgelte

Im Einzelhandel stieg das Tarifentgelt im Zeitraum von 2011 bis 2018 um 18,9 Prozent. Die Tarifabschlüsse im Einzelhandel der letzten Jahre sahen folgende Tarifsteigerungen vor:

 Tarif

Die Tarifentgelte im Einzelhandel haben sich in den letzten Jahren nicht nur nominal, sondern auch real positiv entwickelt. Die Tarifbeschäftigten konnten deutliche Reallohnzuwächse erzielen. Seit dem Jahr 2011 sind die Tarifentgelte um 18,9 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum ist die Inflationsrate nur um 10,8 Prozent angestiegen. Das bedeutet seit 2010 einen Reallohnzuwachs von 8,1 Prozent für die tariflich vergüteten Beschäftigten im Einzelhandel.

Inflationsrate

 

Entwicklung der Effektiventgelte

Im Einzelhandel sind die tatsächlich gezahlten Löhne und Gehälter (Effektiventgelte) im Zeitraum von 2011 bis 2018 um 18 Prozent angestiegen. Gemeint sind damit alle in der Branche gezahlten Entgelte unabhängig von einer Tarifbindung des Arbeitgebers. Der Anstieg der Effektiventgelte um 18 % ist damit fast gleich hoch wie der Anstieg der Tarifentgelte um 18,9 % im Vergleichszeitraum. Dies belegt die hohe Bindungskraft der Tarifverträge im Einzelhandel, da die Tarifsteigerungen entweder kraft unmittelbarer Tarifbindung oder durch Anlehnung bzw. Inbezugnahme des Tarifvertrages weitgehend allen Beschäftigten zugute kommen.

EH Entgelt

Das durchschnittliche Gehalt eines Vollzeitbeschäftigten im Einzelhandel betrug 2018 nach der aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes 2.982 Euro. Dies entspricht bei 170 Arbeitsstunden/Monat einem durchschnittlichen Stundenlohn von 17,54 Euro. Dieser Betrag lag um 98 % über dem im Jahr 2018 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro und liegt immer noch um 91% über dem im Jahr 2019 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro.

Der Einzelhandel ist also keine Niedriglohnbranche, sondern zahlt gutes Geld für gute Arbeit!

Lohn

Aufstocker im Einzelhandel

Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit lag der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel, die ergänzend Hartz-IV-Leistungen beziehen mussten (sog. Aufstocker), im Dezember 2017 bei 2,1 Prozent. Darunter sind allerdings nur 0,4 Prozent Vollzeitkräfte. Bei der ganz überwiegenden Anzahl der Aufstocker in der Branche handelt es sich somit um sozialversicherungspflichtig beschäftigte Teilzeitkräfte oder geringfügig Beschäftigte. Ein Rückschluss von der Anzahl der Aufstocker auf die Höhe der Vergütung ist also unstatthaft. Auch im Falle einer Vollzeitbeschäftigung ist zumeist nicht die Höhe der gezahlten Stundenentgelte zu niedrig, sondern vielmehr die familiäre Situation ausschlaggebend. So handelt es sich dabei zumeist um sog. Bedarfsgemeinschaften, also bspw. um Alleinerziehende mit Kind bzw. Kindern oder besonders kinderreiche Familien, in denen nur ein Elternteil arbeiten kann.

Zudem handelt es sich bei den „Aufstockern“ im Einzelhandel auch nicht um ein branchenspezifisches Thema. Das belegen die Daten der Bundesagentur für Arbeit. So liegt der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Aufstocker auch bei einer branchenübergreifenden Betrachtung bei vergleichbaren 1,9 Prozent. Darunter sind branchenübergreifend ebenfalls lediglich 0,4 Prozent Vollzeitkräfte.

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Ansprechpartner:

Jens Dirk Wohlfeil
Geschäftsführer
Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht
Tel.: 030/72 62 50 40
Fax: 030/72 62 50 49
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Steven Haarke
Arbeits- und Sozialrecht, Arbeitsmarktpolitik
Tel.: 030-72 62 50 45
Fax: 030-72 62 50 49
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Thomas Bade
individuelles und kollektives Arbeitsrecht,
Nebengesetze
Tel.: 030-72 62 50 44
Fax: 030-72 62 50 49
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