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Entgeltentwicklung

Tarifliche Arbeitsbedingungen im Einzelhandel

Das tarifliche Monatsentgelt in der wichtigsten Tarifgruppe (Verkaufstätigkeit) beläuft sich in allen Tarifgebieten in der Endstufe auf mehr als 2.600 Euro. Gezahlt werden zudem jährlich 13,25 Tarifgehälter (inklusive tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt im Einzelhandel zumeist 37,5 Stunden (West) bzw. 38 Stunden (Ost). Das Arbeiten ab 18.30 Uhr wird zusätzlich mit 20 Prozent Zuschlag belohnt, ab 20 Uhr mit 50 Prozent Zuschlag, Arbeit an verkaufsoffenen Sonntagen mit 100 Prozent Zuschlag. Die Tarifverträge des Einzelhandels sehen zudem bereits seit 2002 eine durch die Arbeitgeberseite finanzierte tarifliche Altersvorsorge in Höhe von 300 Euro jährlich vor. Hierdurch wird von den Handelsunternehmen der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung gefördert, mit der die Beschäftigten ihre gesetzlichen Rentenansprüche aufstocken können.
 

Entwicklung der Tarifentgelte

Überblick: Tarifabschlüsse im Einzelhandel:

E 001

 

Die Tarifentgelte im Einzelhandel haben sich in den letzten Jahren nicht nur nominal, sondern auch real positiv entwickelt. Die Tarifbeschäftigten konnten deutliche Reallohnzuwächse erzielen. Im Zeitraum von 2011 bis 2019 sind die Tarifentgelte im Einzelhandel etwa um 21,9 Prozent gestiegen. Im Vergleichszeitraum ist die Inflationsrate nur um 12,2 Prozent angestiegen. Das bedeutet für diesen Zeitraum einen Reallohnzuwachs von 9,7 Prozent.

 

E 002

 
 

Entwicklung der Effektiventgelte

Im Einzelhandel sind auch die tatsächlich gezahlten Löhne und Gehälter (Effektiventgelte) im Zeitraum von 2011 bis 2019 um 21,4 Prozent angestiegen. Gemeint sind damit alle in der Branche gezahlten Entgelte unabhängig von einer Tarifbindung des Arbeitgebers. Der Anstieg der Effektiventgelte um 21,4 Prozent ist damit annähernd gleich hoch wie der Anstieg der Tarifentgelte um 21,9 Prozent im Vergleichszeitraum (s.o.). Dies belegt die nach wie vor hohe Bindungskraft der Tarifverträge im Einzelhandel, da die Tarifsteigerungen entweder kraft unmittelbarer Tarifbindung oder durch Anlehnung bzw. Inbezugnahme des Tarifvertrages weitgehend allen Beschäftigten zugutekommen.

 

E 003

 

Das durchschnittliche Gehalt eines Vollzeitbeschäftigten im Einzelhandel betrug 2019 nach der aktuellen Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes 3.083 Euro. Dies entspricht bei 170 Arbeitsstunden/Monat einem durchschnittlichen Stundenlohn von 18,14 Euro. Dieser Betrag lag um 97 Prozent über dem im Jahr 2019 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro und liegt immer noch um 94 Prozent über dem im Jahr 2020 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro.

Der Einzelhandel ist also keine Niedriglohnbranche, sondern zahlt gutes Geld für gute Arbeit!

 

E 004

 

Aufstocker im Einzelhandel

Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit lag der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Einzelhandel (Klassifizierung: Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz), die ergänzend Hartz-IV-Leistungen beziehen mussten (sog. Aufstocker), im Dezember 2019 bei 1,9 Prozent. Darunter sind allerdings nur 0,3 Prozent Vollzeitkräfte. Bei der ganz überwiegenden Anzahl der Aufstocker in der Branche handelt es sich somit um sozialversicherungspflichtig beschäftigte Teilzeitkräfte oder geringfügig Beschäftigte. Ein Rückschluss von der Anzahl der Aufstocker auf die Höhe der Vergütung ist also unstatthaft. Auch im Falle einer Vollzeitbeschäftigung ist zumeist nicht die Höhe der gezahlten Stundenentgelte zu niedrig, sondern vielmehr die familiäre Situation ausschlaggebend. So handelt es sich dabei zumeist um sog. Bedarfsgemeinschaften, also bspw. um Alleinerziehende mit Kind bzw. Kindern oder besonders kinderreiche Familien, in denen nur ein Elternteil arbeiten kann.

Zudem handelt es sich bei den „Aufstockern“ im Einzelhandel auch nicht um ein branchenspezifisches Thema. Das belegen die Daten der Bundesagentur für Arbeit. So liegt der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Aufstocker auch bei einer branchenübergreifenden Betrachtung bei vergleichbaren 1,6 Prozent. Darunter sind branchenübergreifend auch nur 0,3 Prozent Vollzeitkräfte.

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Ansprechpartner:

Steven Haarke
Geschäftsführer
Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht
Tel.: 030/72 62 50 40
Fax: 030/72 62 50 49
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Bastian Pophal
Arbeits- und Sozialrecht, Arbeitsmarktpolitik
Tel.: 030-72 62 50 45
Fax: 030-72 62 50 49
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Thomas Bade
individuelles und kollektives Arbeitsrecht,
Nebengesetze
Tel.: 030-72 62 50 44
Fax: 030-72 62 50 49
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